der stürmische Brocken

Der stürmische Brocken

Wir möchten auf den Brocken

Bis Drei Annen Hohne fahren wir mit Oski. Hier übernachten wir und wollen morgen auf den Brocken. Der Plan ist, dass wir eine schöne Wanderung da rauf machen. Beim Rekognoszieren allerdings sehen wir, es sind auch von hier aus noch gute 12 km, ein Weg wohlverstanden. Also planen wir um. Wir könnten die Harzer Schmalspurbahn nehmen. Eine Dampfeisenbahn, die von hier aus noch eine gute Stunde fährt bis zum Gipfel. Das wäre dann auch noch was Spezielles. Als wir jedoch die Preise sehen, kommen leise Zweifel in uns auf. Ausserdem ist Maulkorbpflicht für Hunde.

Der oskomanische Rat tagt

Es wird noch lange und ausführlich beraten, was wir sollen oder wollen. Jetzt wo wir schon mal hier sind, und wir haben soviel vom Brocken gehört, gelesen, gesehen... schliesslich entscheiden wir uns für eine ausgiebige Hunderunde am Morgen, dann fahren wir mit der Bahn auf den Berg, schauen uns oben um und fahren wieder runter. Gute 3 Stunden dauert dieser Trip und solange können die Hunde locker alleine bleiben und Oski bewachen. Beschlossene Sache, gute Nacht.

  

Fahrt mit der Dampfeisenbahn auf den Brocken

Am Morgen regnet es. Erst mal Frühstück, der versprochene lange Spaziergang mit den Hunden und dann ist uns Petrus einmal mehr hold und lässt den Regen bis dahin aufhören. Also alles nach Plan. Wir kriegen einen guten Platz im Zug und los geht die Reise. Die Lok schnauft und dampft und ruckelt den Berg hoch. Wunderbare Landschaft, leider ein bisschen dunstig in der Ferne, trotzdem ein herrliches Abenteuer. Je höher der Zug steigt, umso windiger wird es draussen. Die Baumwipfel biegen sich im Wind, der Nebel kommt dazu, erst nur in Schwaden, dann wird er immer dichter. Schliesslich erreichen wir die Station am Brocken.

                                             

kommt nur...ich bin der Brocken

Wir steigen die Treppe von der Station hoch. Je höher wir kommen, umso stärker bläst der Wind. Auf dem Treppenabsatz angekommen müssen wir aufpassen, dass wir nicht gleich wieder hinuntergeblasen werden. Es tobt ein veritabler Sturm. Kaum möglich, sich grade zu halten, das Gehen ist eine Kunst für sich, man fühlt sich richtiggehend besoffen. Von der ehemals russischen Abhörstation ist nichts zu sehen. Auch der Turm verschwindet im Nebel. Gelinde gesagt ist es einfach nur hässlich. Doch wir wollten hier rauf, jetzt sind wir hier, da müssen wir durch.

 

Der Rundweg am Brocken

Den Wegweiser entdecken wir, als wir durch den Sturm taumeln. Das lassen wir uns doch nicht entgehen. Markus kann kaum die Kamera stillhalten. Und dann sehen wir auch plötzlich den Turm und die Station durch die Nebelbänke. Genauso schnell wie sie aufgetaucht sind, sind sie auch wieder verschwunden. Zum Glück ist es wenigstens trocken, wäre noch Regen oder gar Schnee im Spiel...man kann sich vorstellen, was die russischen Soldaten hier so alles erleiden mussten. Und warum sie den Brocken als Standort gewählt haben. Hier kommt so leicht keiner freiwillig heran. Das Wetter ist uns doch noch gnädig, der Nebel reisst mehr und mehr auf, sodass es schliessllich für ein paar ganz tolle Bilder reicht. Sogar ein Regenbogen lässt sich sehen.

                                  

Flucht vom Gipfel...

Trotz besserer Sicht tobt der Sturm weiter. Fliegende Schals suchen und finden ihre Freiheit. Es ist sehr interessant hier oben und die Aussicht grandios. Ganz weit unten im Tal scheint sogar die Sonne auf die Felder. Wir nehmen einen Zug früher als geplant, um dem Sturm zu entfliehen. Und so ruckeln wir den Berg wieder herunter, geniessen auf der Fahrt auch bessere Sicht. Die Wälder werden hier so viel wie möglich sich selbst überlassen. So sind nur entlang der Bahnstrecke einzelne Bäume gefällt worden. Weiter im Wald sieht man geknickte Stämme, buntes Durcheinander von Natur, so richtig schön.

   

...und Flucht vom Berg

Bei unserer Ankunft in Drei Annen Hohne und bei Oski ist auch hier Sturm im Anzug. Wir machen eine Runde mit den Hunden. Das Radio gibt sogar eine Orkanwarnung durch und so ändern wir unseren Plan, noch eine Nacht hier oben zu bleiben. Lieber ziehen wir uns nach Wernigerode zurück, ein Stück weiter unten, im Tal sozusagen. Die Entscheidung war gut, im Laufe des Abends und der Nacht wird Oski sogar hier ganz schön durchgerüttelt.

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