Normandie

Normandie

Das Insel-Städtchen Le Mont St. Michel ist verwinkelt, verschachtelt, eng ineinander gebaut, treppauf und -ab. Bis zum Kloster, das auf dem Berggipfel thront und fast die halbe Insel einnimmt, sind es 262 Treppenstufen. Alles ist aus braunem Bruchstein gemauert, sehr eindrücklich.

Avranches, Dragey, soweit man sehen kann nur Strand, Hauteville s/mer, hier sehen wir auch das Meer wieder dank Flut. Der Küstenstrasse folgen wir über Surtainville durch Pampa und terrassenähnlich angelegte Rinderweiden bis Anderville am Cap Hauge.
Ausgedehnte Gemüsefelder säumen die Route, Karotten, Lauch, Kabis, Kohl.
Nach Cherbourg gelangen wir an die östliche Landzungenspitze Barfleur. Hier stehen wir an schroffen Felsbrocken, an denen sich die Flut bricht. Dann fahren wir etwas landeinwärts nach Montebourgh, bevor wir die Utah-Beach besuchen, einen der Landestrände am 6. Juni 1944. Viele Gedenktafeln erinnern an den D-Day, Panzer, Flak und ein Landungsboot…bedrückend beeindruckend.
Über Isigny s/mer gelangen wir zum deutschen Soldatenfriedhof La Cambe. Eine riesige Anlage, über 21’000 Gräber, aus der Infobroschüre: „Wenn man all diese Gräber sieht, kann man sich nur fragen, warum der Mensch noch nichts gelernt hat.“
Gleich daneben der Friedenspark mit rund 1200 Bäumen und diversen Gedenksteinen. Auch hier wird einem der Wahnsinn des Krieges vor Augen geführt: 1914-1918 = 22 Mio Opfer, 1939-1945 = 55 Mio Opfer, seit 1945 = 40 Mio Opfer…
In Grandcamp-Maisy stellen wir für 2 Tage ab.

 Dann geht es weiter an die Pointe du Hoc. Das Gelände hier wurde weitgehend belassen. So besichtigen wir Schützengräben, Bunker, Geschützstellungen und Bombenkrater. Ein Stück weiter liegt Omaha-Beach, ein weiterer Landungsstrand. Oberhalb ein amerikanischer Soldatenfriedhof, weisse Kreuze soweit das Auge reicht.
Nach soviel Geschichte geniessen wir einen Spaziergang durch den herzigen Fischerort Port en Bessin. Mit lecker Baguette und vorzüglichen Camembert-Spezialitäten kehren wir zurück.
Die beiden nächsten Landungsstrände sind „Gold“ und „Juno„. Langgezogene Riesenstrände, teilweise auch noch mit Bunkern bestückt. Wir queren „la Bresse„, ein Moordelta. Die Stadt Courseuilles ist rund um die Meereinläufe und Moorflächen gebaut. Nach Hermanville s/mer steht noch der letzte Landungsstrand auf Programm: „Sword„.

Diese Tour war äusserst interessant, teilweise ziemlich belastend, aber auch lehrreich. Jedes Staatsoberhaupt sollte sich das ansehen, vielleicht gäbe es dann ein bisschen mehr Frieden auf der Welt…
Deauville ist die nächste Station. Am langgezogenen Sandstrand sieht man gegenüber den riesigen Industriehafen von Le Havre. Etwa 25 km weiter sehen wir uns Honfleur an. Ein schönes Städtchen mit windschiefen, alten Häusern, engen Gassen und der Flaniermeile um das Hafenbecken. Über die Pont du Normandie, ein 3 km langes Bauwerk geht es weiter nach Le Havre, St. Jouin Bruneval, mit seiner Skite-Surfer Bucht und faszinierenden Steinen, Kap Antifer bis Etretat. Hier gibt es fantastische Klippen mit Felstoren und Höhlen, die bei Ebbe begehbar sind. Vereinzelt sind auch hier noch Bunker zu sehen.

Nach Fécamp machen wir Pause zwischen den Kreidesteinklippen, die Flut nimmt den ganzen Strand ein, Wellen und Gischt donnern heran. Bergauf und -ab geht es hier nach St. Valéry-en-caux, entlang der wilden Strände und Kreideklippen bis Dieppe und schliesslich erreichen wir Le Tréport, den letzten Ort in der Normandie.
Der Stellplatz liegt etwas oberhalb des Städtchens, die Aussicht ist gewaltig. Über die „éscalier des falaise“ steigen wir 387 Stufen runter und besichtigen Le Tréport. Ein reizender Ort, die Strandpromenade ist gesäumt mit alten, hohen Häusern. Farben, Formen, Erker, Balkone, Terrassen, kein Haus ist gleich wie das andere, prächtig sind sie alle. Auf der anderen Hafenseite kleine, ineinander verschachtelte Häuser mit engen Gassen. Mit der Funiculaire fahren wir wieder hoch.

Schreibe einen Kommentar

fünfzehn + 4 =