Drei Monate beim Circus Lollipop
Im Herbst fangen wir noch etwas Neues an und verbringen drei Monate beim Circus Lollipop. Schon im Frühling hat Rena bei uns angeklopft, ob wir Lust hätten. Markus soll die Shows filmen und schneiden, ich beim Auf- und Abbau helfen. Ausserdem bietet sie mir einen kleinen Verkaufsstand bei Ein- und Auslass und während der Pause an.
Da Oski noch zur MFK muss können wir nicht von Anfang an dabei sein. Zwar ziehen wir diesen Termin vor, doch das nutzt leider nichts, wenn man die Prüfung nicht besteht. Also zieht es sich nochmal in die Länge, sodass wir erst nach der Sommerpause starten können. Trotzdem, es bleiben drei Monate beim Circus Lollipop.
Der erste Aufbau
In Bad Honnef stossen wir zur Truppe und es folgt auch gleich der erste Aufbau. Für mich absolutes Neuland. Das gesamte Material ist fein säuberlich im Auflieger gestapelt. So soll es am Samstag auch wieder eingeräumt werden. Noch habe ich keine Ahnung, in welcher Reihenfolge die Sachen gebraucht werden, wofür sie überhaupt sind oder wo sie hin sollen. Erschwerend kommt dazu, dass der Auslad nicht direkt am Platz stattfinden kann. Dies weil eine Brücke im Weg ist, die für den LKW zu niedrig ist. Auch der Wohnanhänger der Direktion ist zu hoch. Anthony, Rena und Emilia ziehen für eine Woche ins Hotel.
Aller Anfang ist schwer
Bekanntlicherweise ist aller Anfang schwer. Doch wir mögen neue Herausforderungen und stellen uns.
Der Circus Lollipop ist ein Projektcircus, der an die Schulen fährt. Sonntag wird mit den Eltern und Lehrern aufgebaut. Am Montag führt das Team eine kleine Show vor, die Kinder wählen ihren Auftritt. Dienstag bis Donnerstag wird trainiert, Freitag und Samstag finden die Vorstellungen statt. Hier kommt Markus ins Spiel. Er fotografiert beim Schminken und filmt jede Show. Im Anschluss sichtet er das Material, schneidet und bearbeitet die Filme. Ein Job, der ihm viel Freude macht, ihn fordert und erfüllt. Nach der letzten Vorstellung wird sofort abgebaut und es folgt der Transport.
Es gibt viel zu tun
Jedes Mal aufs Neue gibt es viel zu tun. Wenn immer möglich schlagen Marco, Vaclav und Toni schon im Voraus die Anker. Oder es wird ein „früher“ Trupp organisiert, der dabei hilft. Um 11 Uhr geht es dann los mit dem Abladen. Die Träger, Bretter und Planken für Gradin, Boden und Bänke werden gestapelt. Kaum sind die Masten aufgezogen beginnt auch schon der Innenausbau. Überall wird parallel gearbeitet. Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell das geht. Wenn genug Leute da sind, schaffen wir den Aufbau in drei Stunden. Sobald das Chapiteau steht, Boden und Gradin gebaut sind und der rote Teppich ausgelegt ist, heisst das Feierabend für die Helfer. Marco und sein Team schliessen in der Folge den Strom an und richten fertig ein.
Die Kinder
Am Montagmorgen kommen die aufgeregten Kinder als lärmender Haufen zur kleinen Show. Sofort werden sie aktiv miteinbezogen. Einige wissen schon genau, als was sie auftreten wollen. Doch so mancher hat seine Meinung noch geändert. Die Wahl ist auch nicht ganz einfach. Es gibt Artistinnen, alte Akrobaten, Jongleure, Trampolinis, Zauberer, Trapezkünstler, Feuerschlucker und natürlich Clowns. Die Kinder werden je nach Grösse der Schule in drei bis fünf Gruppen eingeteilt, die jede eine eigene Vorstellung machen wird.
Dienstag bis Donnerstag ist Trainig, entweder in der Turnhalle vom Schulhaus oder im Chapiteau. Am Freitag Vormittag folgt die Stell- und Finalprobe.
Galavorstellung – der grosse Auftritt
Den krönenden Abschluss jeder Projektwoche bilden die Galavorstellungen, der grosse Auftritt der Kinder. Schon beim Anziehen und Schminken knistert die Luft. Spannung und Aufregung sind fast greifbar, es fliesst auch schon mal eine Lampenfieber-Träne. Marco gibt den Startschuss: „Das Spiel beginnt!“ Die Shows sind zwar immer dieselben, aber niemals die Gleichen. Es ist faszinierend, was die Kinder in dieser kurzen Zeit lernen. Wie sie über sich selbst herauswachsen, ihre Eltern in Staunen versetzen. Die Freude, der Stolz und das Strahlen in den Augen nach dem Auftritt sind einzigartig.
Jede Galavorstellung endet mit der Frage von Marco: „Was sind wir?“ Der Kinderchor antwortet: „Ein Team!“ Wir sind glücklich, ein Teil dieses Teams sein zu dürfen und kommen nächste Saison wieder.





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