Pet Travel Scheme – Dieses Papier löst Tränen aus #3742

Pet Travel Scheme

Ankunft in England

 

Haustür in England

 

 

Die Unterfahrt

 

…reicht mir dieses Papier. Die ganze Spannung ist auf einmal weg. Tränen der Erleichterung schiessen in meine Augen, Markus schaut mich gross an, nimmt mich in die Arme und hält mich ganz fest. Der Rest ist ein Klacks. Einchecken, Passkontrolle französische Seite, auf der englischen Seite nochmal (warum, wozu, wie lange sind Sie im Land), Gaskontrolle (die Flaschen werden zugedreht) und ab auf den Zug. Niemand will wissen, ob und was wir dabei haben, keiner wirft auch nur einen Blick in Oski rein. So macht es schwupps und wir sind im Zug, es bleibt keine Zeit mehr für nervös, noch nicht einmal für den Schnaps reicht es. Brauche ich auch gar nicht, es ist schön hell im „Abteil“, beinahe merken wir die Abfahrt nicht, die Unterfahrt beginnt.

 

Abwasser in England

 

Stromverteilung in England

 

Ankunft in England

 

Eine gute halbe Stunde später kommen wir in Folkstone an. Da wir einen früheren Zug gekriegt haben ist die Ankunft in England eine Stunde vor eigentlicher Abfahrt. Das hat natürlich auch mit der Zeitverschiebung zu tun, hier in GB ist eine Stunde früher als „drüben“. Runter vom Zug, raus aus dem Areal und wir sind auf der Strasse. Linksverkehr! Alles verkehrt. Vorsichtig und langsam geht es bis Canterbury, wo wir auf dem Stellplatz beim P&R abstellen. Nur ein paar Meilen, überall sind noch Schilder „Links fahren“, aber ganz schön anstrengend trotzdem. Vor allem für Markus, er fährt, doch auch ich ziehe mein rechtes Bein an, damit wir am Gegenverkehr besser vorbei kommen.

 

Vorsicht wilde Tiere

 

Canterbury

 

Gasse in Canterbury

 

Akklimatisieren nach der Ankunft

 


Den ersten Tag bleiben wir in Canterbury, nehmen den Bus, sehen uns die Stadt an, versuchen uns an das „Verkehrte“ zu gewöhnen. Auch als Fussgänger ist das nicht ganz einfach, automatisch schaut man falsch.
Nach einer ersten Runde der Ostküste entlang landen wir bereits 3 Tage später wieder in Canterbury. Inzwischen haben wir uns etwas akklimatisiert, die Kleber für die Lichter gefunden und einen Strassenatlas erstanden. Die ersten Tage haben uns allerdings schon sehr ernüchtert. Stellplätze sind privat und teuer, Parkplätze wo man übernachten darf sind selten oder bei Pubs, wo man dann jeweils essen muss. Die Campingplätze sind vorwiegend Clubs, die meisten wollen nur Mitglieder. Vor allem Entsorgen ist nicht einfach.

 

Küste England

 

Ruine

 

Seifenblasen platzen

 

London umfahren wir grosszügig. Zum einen wegen der Grösse, zum anderen haben wir die Illusion, nördlich der Hauptstadt würde alles besser. Doch die Seifenblasen platzen reihenweise. Es scheint uns eine Mischung aus Italien (keine StP, schlechte Strassen) und Norwegen (Tabak unbezahlbar) zu sein und das erst noch mit links. Nach einer Woche schaut Markus, wie weit es bis Folkstone ist, schon spielt er mit dem Gedanken umzudrehen. Doch wir entscheiden, wenn wir schon da sind gehen wir bis Schottland hoch. Viele einheimische Wohnmobilisten sagen, es sei besser dort. Allerdings nagt es schon ein bisschen, wird der grosse Traum von United Kingdom zum Alptraum?

 

Kreidefelsen

 

Ponys in Freiheit

 

Die schönen Dinge

 

Es gibt natürlich auch die schönen Dinge. Die Landschaft ist zunehmend hügelig, wild-romantisch, hauptsächlich grün. Teilweise richtig surrealistisch mit den Farben, Formen, Weiten. Die Ostküste mit den Klippen ist herrlich zum Wandern und Schauen. Wir fahren über die Humber-Bridge, die 17 Jahre lang die längste Hängebrücke der Welt war, stehen an unserem Hochzeitstag an einem Plain-Spot der Royal Air Force mit Flugbetrieb, überqueren die Ebbestrasse zur Holy Island. Sogar einen Adapter für das LPG finden wir nach drei Nerven aufreibenden Tagen des Suchens. Nach drei Wochen sind wir Zigaretten-frei (Dampfmaschinen begleiten uns) und in Schottland angekommen.

 

Royal Air Force hebt ab

 

Humber Bridge

 

Regatta

 

Erste Bilanz in England

 

Nach bald vier Wochen auf der Insel ziehen wir eine erste Bilanz. Fünf Monate sind wahrscheinlich sehr gewagt. Man soll nie etwas überstürzen, wir halten uns einfach alle Optionen offen. Es ist gut, dass wir hier sind und es ist gut, dass wir noch nicht aufgeben. Ein grosser, lange gehegter Traum ist nun Wirklichkeit. Die Wirklichkeit hält sich nicht immer an die Träume. Jedoch ist machen besser, als davon zu träumen.

 

Küste

 

Limekilns

 

Hafen

 

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Fotograf DACH

Oktober 1, 2025

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