Mystische Isle of Skye #3796

skye bridge, armadale, schottland

Mystische Isle of Skye

Im Westen von Schottland liegt die mystische Isle of Skye. Diese besuchen wir natürlich und sind gespannt, wieviel Sagenumwobenes wir hier finden. In Kyle of Lochalsh fahren wir über die Skye Bridge. Knapp 2 km lang ist die Brücke. Nun sind wir also auf der bekannten, kleinen Insel mit ihren 80 km Länge, 40 km Breite und 6 Halbinseln. Auf diesem engen Raum sind jedoch etliche Sehenswürdigkeiten versteckt. Mal schauen, welche wir finden und ansehen. Unsere erste Nacht auf der Insel verbringen wir auf einem „Lay By“ am Loch Ainort. Etwas abseits der Strasse, ein kleiner Parkplatz. Rings herum nur Weite, Berge, Steppe und Frieden.

Minginish

Minginish ist eine der 5 Halbinseln von Skye. Sie liegt im Westen und ist unser erstes Ziel. In Portnalong, der äussersten Spitze, gibt es sogar einen Stellplatz. Ohne Service zwar, aber ganz offiziell für Wohnmobile und erst noch gratis. Das trifft man eher selten in UK. Hier machen wir eine schöne, lange Wanderung über die Hügel, durch Schafweiden, bis ganz raus zum Leuchtturm. Weit herum sind die Klippen zu sehen in ihrer ganzen wilden Schönheit. Durch Weiden und Wiesen, gesäumt von steinernen Mauern, steigen wir wieder ab. Das letzte Stück durch fast mannshohes Farn, dem Hafen entgegen.
Die Strasse ist eine „Single Track“-Road, einspurig mit „Passing Places“, Ausweichstellen zum Kreuzen. Sie führt raus zum Hafen, der Rückweg ist der Gleiche. Es gibt nur ein paar Nebensträsschen, die zu den wenigen Häusern führen.

Duirnish

Weiter geht es nach Duirnish. Diese Halbinsel liegt nördlich und ist die westlichste. Auch hier besuchen wir die äusserste Spitze, den Neist Point. Zugleich auch der westlichste Punkt der mystischen Isle of Skye. Die Klippen hier ragen hoch auf, dahinter ist der Leuchtturm, in der Ferne sehen wir die äusseren Hebriden. Auf den Klippen ziehen sich die kargen Wiesen, im Hinterland mit moorigem Matschgelände weit herum. Am besten kommt man auf den Schafpfaden voran, ansonsten findet man sich plötzlich in knöcheltiefem Sumpf wieder.
Hier machen wir das erste Mal richtig Bekanntschaft mit den „Midges“, winzige Mücken, die sehr aufdringlich sind. Sobald es windstill und trocken ist flirrt die Luft von den Biestern. Mir sind sie einfach nur lästig, Markus kriegt volle Ladung und wird erbarmungslos gebissen.

Waternish und Trotternish

Die Halbinsel Waternish schneiden wir ab. Eine kleine Single Track führt etwa 10 km raus, weitere 10 km hiesse es, umdrehen. Abstellen ist nicht möglich. So geht es für uns direkt weiter auf Trotternish. Nach Fairy Glen, dem Tal der Feen, mystisch, geheimnisvoll soll es sein. Leider ist die Mystik abhanden gekommen, der alte Steinkreis völlig geplündert, kaum mehr erkennbar, ein kleiner für die Touristen angelegt. Was geblieben ist sind die skurril geformten Hügel, die abstrakte Landschaft. Die Feen wohl längst schon in ruhigere Gefilde umgezogen.
Nach dieser Erfahrung lassen wir den Old Man of Storr aus. Zudem ist es neblig, regnerisch und der Parki übervoll.
Die Inselhauptstadt Portree schauen wir uns bei der Durchfahrt an, im Moment haben wir keine grosse Lust auf die Menschenmassen.

Strathaird

Auch Strathaird ist eine Halbinsel. Wieder führt eine schmale Single Track an den Cuillin Hills entlang auf die Landzunge. Bis zum Hafen von Elgol, die Fahrt herunter ist abenteuerlich steil und eng. Doch es lohnt sich absolut. Die Kulisse ist einmalig, aus einer anderen Welt. Längst nicht so bekannt wie viele Sehenswürdigkeiten, doch in unseren Augen eine der schönsten Ecken hier. Wetter und Licht spielen perfekt mit. Die skurrilen, abstrakten Berghänge der Cuillin Hills, baumlos, mit Steppengras, Farn, struppig-knorrigem Buschwerk präsentieren ein einzigartiges Panorama. Ganz alleine geniessen wir diesen Aufenthalt inmitten der Natur, übernachten auf einem Lay By im Nirgendwo…

Sleat

Die letzte der Halbinseln auf unserer Route ist Sleat. Die Landschaft verändert sich wesentlich, obwohl es nicht weit ist. Doch es ist auch der südlichste Zipfel der mystischen Isle of Skye. Es ist flacher, hat wieder Bäume, normale 2-spurige Strassen ersetzen die Single Track, es gibt sogar eine Fähre hier. Am Ende der Strasse, wenigstens das ist gleich geblieben, ist in Ardvasar ein Naturreservat. Hier soll es Adler geben. Wir sehen sogar einen, richtig echt, wild, frei. Leider fliegt er auch schnell auf und davon, die Zeit reicht nicht für ein Foto. Trotzdem ein schönes Erlebnis. Wir warten noch eine ganze Weile, doch er lässt sich nicht mehr blicken. Wahrscheinlich sitzt er irgendwo, beobachtet uns und lacht uns aus.

Zurück aufs Festland

Festland ist es zwar nicht, doch es geht zurück. Der Kreis schliesst sich mit der Skye Bridge und der Ankunft in Kyle of Lochalsh. Es liegen wunderbare Tage hinter uns auf der mystischen Isle of Skye. Tage, in denen wir viel erlebt und gesehen haben. Tage, die uns unendliche Weite gezeigt haben auf kleinstem Raum. Tage, die uns einmal mehr Demut vor der Natur und Genügsamkeit gelehrt haben. Tage, in denen wir Freiheit und Abenteuer intensiv gelebt haben. Mystische Tage auf einer mystischen Insel.

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Fotograf DACH

Oktober 1, 2025

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